Das nephrotische Syndrom (Eiweiß-Verlustniere)
Das nephrotische Syndrom ist keine eigenständige Erkrankung. Es ist ein medizinischer Sammelbegriff für mehrere Symptome, die bei ganz unterschiedlichen Erkrankungen des Glomerulum auftreten.
Vier Leitsymptome charakterisieren das nephrotische Syndrom:
Erstens beträchtliche Proteinurie.
Dieses Leitsymptom Verlust des Eiweißes im Urin hat dem Krankheitsbild auch den Namen Eiweißverlust Niere gegeben.
Die Proteinurie kann man mit einem Teststreifen im Urin bereits nachweisen!
Das zweite Leitsymptom ist die Hypoproteinämie. Wenn sehr viel Eiweiß durch den Urin verloren geht, ist die Folge im Blut ein verringerter Eiweißspiegel.
Das dritte Leitsymptom - das klinisch auffallendste - sind die peripheren Ödeme.
Das vierte Leitsymptom sieht man bei Blutuntersuchungen. Es handelt sich um die Hyperlipoproteinämie. Lipoproteine sind Moleküle, die sowohl aus einem Fett- als auch aus einem Eiweißanteil bestehen.
Beim nephrotischen Syndrom verletzt kommt es zu einer substanziellen Minderung der in den Blutgefäßen befindlichen Eiweiße, ganz besonders des Albumins. Hierdurch sinkt der onkotische Druck!
Die Folgen sind Ödeme, zuerst an den Lidern, dann im Gesicht, dann an vielen anderen Körperstellen und auch an den Unterschenkeln.
Das nephrotischen Syndroms beginnt mit einer Schädigung im Bereich des Glomerulum. Die "Filter" die in der gesunden Niere Eiweiß zurückhalten werden "undicht".
Die Folge ist, dass im Primärharn Substanzen vorliegen, die normalerweise dort nichts zu suchen haben. In hohem Maße sind dies Eiweiße und von den Eiweißen besonders die Albumine. Die Eiweiße können nicht rückresorbiert werden, sie gehen mit dem Urin verloren.
Die Folge: Im Urin findet man beträchtlich Eiweiß. Dies nennt man Proteinurie. Beim nephrotischen Syndrom kommt es zu einem Eiweißverlust durch die Membran des Glomerulum und zu einer massiven Eiweißausscheidung von mehr als 3 g/Tag.
Das kann im Extremfall sogar noch sehr viel mehr sein. Der Urin sieht bei einer sehr hohen Eiweißkonzentration schaumig aus.
Fragen zur Vertiefung bei nephrotischem Syndrom:
Die unten stehenden Fragen können Sie auch im Selbsttest beantworten. Wenn Sie bereits vorhandenes Wissen überprüfen wollen, können Sie die Antworten abdecken. Klicken Sie hierzu auf die Schaltfläche "Antworten verbergen"
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Was ist denn die häufigste Ursache des nephrotischen Syndroms?
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Es sei noch einmal daran erinnert: Das nephrotische Syndrom ist
keine eigenständige Erkrankung. Das nephrotische Syndrom oder die
Eiweißverlust-Niere ist ein medizinischer Sammelbegriff mit
folgenden Leitsymptomen:
Proteinurie, Hyperproteinämie, periphere
Ödeme, Hyperlipoproteinämie.
Eine Vielzahl von Erkrankungen können
zu einem nephrotischen Syndrom führen. Besonders bekannt ist die
Glomerulonephritis. Die Glomerulonephritis ist ursächlich für etwa 75 % aller nephrotischen
Syndrome.
Welcher Laborbefund ist im Urin besonders charakteristisch für das nephrotische Syndrom?
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Es ist der Nachweis von Eiweiß
im Urin in größerem Umfang.
Man spricht
von der Eiweißverlust-Niere oder dem nephrotischen Syndrom, wenn
mehr als 3 bis 3,5 g pro 24 Stunden im Urin verlorengehen. D.h. wenn
im Urin in 24 Stunden etwa 3 bis 3,5 g Eiweiß nachgewiesen werden.
Im Blut unterscheidet man je nach Größe zwei verschiedene Typen der
Proteine ( Eiweiße ): Die Globuline und die Albumine.
Beim nephrotischen Syndrom findet man im Urin vorzugsweise welchen Eiweißtyp?
Es sind die Albumine, die beim
nephrotischen Syndrom hauptsächlich im Urin ausgeschieden werden. Die Albumine sind in ihrer
Molekülgröße deutlich kleiner als die Globuline. Sie werden bei unzureichender
Filterfunktion im Glomerulum stärker in den Primärharn ausgeschieden als die
Globuline, einfach weil Albumine kleiner sind.
Deshalb findet man im Blut
ganz besonders eine Hypalbuminämie und im Urin eine
Hyperalbuminurie.
Wie kommt es beim nephrotischen Syndrom - also der Eiweißverlustniere - zur Bildung von Ödemen?
Man kann diese Frage im Grunde einfach mit dem Satz
beantworten:
Weil der onkotische Druck in den Blutgefäßen verringert ist.
Zum
Verständnis: Die Proteine im Blut halten das Wasser in den
Blutgefäßen! (onkotischer Druck)
Der beim nephrotischen Syndrom verminderte Eiweißgehalt im Blut führt zu einer
Verminderung des onkotischen Druckes. Hierdurch wird Wasser nicht
mehr in gleicher Weise in den Blutgefäßen festgehalten..... es sickert
durch die Wände der Blutgefäße in die Gewebe und führt dort zu den auffälligen Ödemen.
Mit welcher nicht selten tödlichen Komplikation muss beim nephrotischen Syndrom gerechnet werden?
Es ist die Bildung von Venenthrombosen. Noch einmal zur
Erinnerung: Durch den Eiweißverlust über die Niere gehen auch Eiweiße
- die in der
Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielen - verloren. Hier ist ganz
besonders das Antithrombin 3
zu nennen.
Das Antithrombin 3 sorgt dafür, das Blut in den
Blutgefäßen nicht gerinnt. Der Verlust des Antithrombin 3 führt
sekundär zu einer Häufung von Venenthrombosen.
Besonders gefürchtet
ist hier die Thrombose der Vena renalis. Dies schädigt die bereits
vorgeschädigte Niere noch weiter und ist nicht selten mit
einem Verlust der gesamten Nierenfunktion und nachfolgend mit einem
urämischen Syndrom verbunden.
Welche vier Leitsymptome gehören zum nephrotischen Syndrom?
Um das nicht stur auswendig lernen zu
müssen, sollte man sich daran erinnern: den Begriff nephrotisches Syndrom kann man auch mit
Eiweißverlust-Niere übersetzen.
Dies führt zu den bekannten vier Leitsymptomen:
Proteinurie: also vermehrt
Eiweiß im Urin.
Hypoproteinämie: das heißt
verminderter Eiweißgehalt im Blut.
Periphere Ödeme: die
Verminderung des onkotischen Druckes in Folge der Hypoproteinämie,
führt zu den Ödemen.
Hyperlipoproteinämie: in der
Leber kommt es überstürzt zur Bildung von Proteinen mit Fettanteil.
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