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Lungenöden: Prüfungsfragen für Heilberufe

Wenn Sie die Fragen zum Lungenödem im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

Was versteht man unter einem Lungenödem?

Ein Lungenödem ist definiert als eine Flüssigkeitsansammlung im Lungengewebe, die zu einer Störung des Gasaustausches führt.

 

Wie wird das Lungenödem umgangssprachlich bezeichnet?

Als Wasserlunge.
Hinweis für Einsteiger:
die Bezeichnung Ödem bedeutet in der Medizin stets eine Ansammlung von Flüssigkeit. Die Bezeichnung Ödem finden Sie beispielsweise in Begriffen wie Lymphödem, Unterschenkelödeme, Gehirnödem…… 

 

Bei der Entwicklung eines Lungenödems entsteht zunächst ein interstitielles Lungenödem und danach das alveoläre Lungenödem. Versuchen Sie aus ihrer Kenntnis der Gewebelehre, den Begriff des interstitiellen Lungenödems zu erläutern!

In dem Begriff - interstitielles Lungenödem – verbirgt sich der aus der Gewebelehre bekannte Begriff Interstitium. Unter Interstitium versteht man den Raum zwischen den Zellen. (Den Zwischenzellraum).
Bei der Entwicklung eines Lungenödems füllt sich zunächst der Zwischenzellraum (das Interstitium) mit Flüssigkeit. Dieses 1. Stadium des Lungenödems wird als interstitielles Lungenödem bezeichnet.

 

 

 

Ist die Aufnahmefähigkeit des Zwischenzellraums (des Interstitiums) mit Flüssigkeit ausgeschöpft, so kommt es zur Entwicklung des alveolären Lungenödems.

Versuchen Sie diesen Begriff – alveoläres Lungenödem – aus ihrer Kenntnis des Lungenaufbaus abzuleiten!

Nachdem das Interstitium bei einem Lungenödem mit Wasser aufgefüllt ist, bereitet sich das Wasser nun in das funktionell besonders wichtige Gewebe der Lunge – in die Alveolen – aus.

Welche Folgen beobachtet man bei einem Patienten, bei dem sich das Wasser in der Lunge ausdehnt? (Ein Lungenödem entsteht)?

Bei einem Patienten mit einem Lungenödem kann sich die Lunge aufgrund der Wassereinlagerungen nicht mehr normal ausdehnen. Durch Wassereinlagerungen zusätzlich in den Alveolen, kommt es zu einem erheblichen Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut.

 

Wie nennt man diesen Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut?

Hypoxie

 

Erklären Sie, warum es bei einem Lungenödem zu Atemnot und Husten kommt!  

Die Atemnot entsteht beim Lungenödem aufgrund der Unfähigkeit der Lunge sich normal auszudehnen und aufgrund der durch die Flüssigkeit verlängerten Diffusionsstrecke der Atemgase.
 Der Husten entwickelt sich besonders dann, wenn das Lungenödem auch die Alveolen erfasst.

 

Beschreiben Sie die spezielle Art des Hustens beim Lungenödem!

Für ein Lungenödem ist typisch der schaumige und manchmal sogar leicht blutige Husten.


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Erklären Sie, warum beim Lungenödem der Husten kombiniert ist mit einem schaumigen und manchmal blutigen Auswurf!

Der Patient versucht das sich in den Alveolen ansammelnde Wasser auszuhusten. (Schaumiger Auswurf).
In die Alveolen können auch gemeinsam mit dem Blutplasma Erythrozyten gelangen. Dann ist der Auswurf schaumig und leicht blutig.

 

Welchen Auskultationsbefund erwarten Sie über der Lunge bei einem Lungenödem?

  • Charakteristisch für ein Lungenödem ist “das Brodeln“ in der Lunge. (Grobblasige Rasselgeräusche).

  • In schweren Fällen lässt sich das Brodeln bereits ohne Stethoskop hören.

  • Bei Auskultation sind die grobblasige Rasselgeräusche (das Brodeln) besonders gut in den kaudalen (unteren) Lungenabschnitten zu hören. 

 

 Beim Lungenödem unterscheidet man ein kardiales Lungenödem von nicht kardialen Lungenödemen. Dabei ist mit weitem Abstand das kardiale Lungenödem die häufigste Ursache für die Entstehung eines Lungenödems.

Die Bezeichnung – kardiales Lungenödem – legt bereits nahe, dass die Ursache für diese Form des Lungenödems im Herzen liegt.

Versuchen Sie aus ihrer Kenntnis der Pathologie des Herzens, die Entstehung eines Lungenödems aus kardialer Ursache abzuleiten!

Bei der Linksherzinsuffizienz ist die Leistungsfähigkeit des linken Ventrikels beeinträchtigt. Hierdurch kann das aus der Lunge in den linken Vorhof zurückströmende Blut nicht mehr ausreichend weitertransportiert werden.
Es kommt zu einem Rückstau des Blutes in die Lungenvenen und Lungenkapillaren.
Das in den Lungenvenen und in den Lungenkapillaren stauende Blut presst aus dem Blutplasma Flüssigkeit in das umliegende Gewebe der Lunge aus.
Zunächst füllt sich der Zwischengewebsraum – das Interstitium – der Lunge mit Flüssigkeit. Später tritt Flüssigkeit auch in die Alveolen der Lunge aus.

 

Im Zusammenhang mit einem kardial bedingten Lungenödem und den dabei auftretenden Symptomen spricht man häufig vom Asthma cardiale.

Erläutern Sie den Begriff  Asthma cardiale!

Beim Asthma cardiale kommt es vordergründig zu ähnlichen Symptomen wie beim Asthma bronchiale: nämlich zu Atemnot und zu Husten.

Im Gegensatz zum Asthma bronchiale ist der Husten und der dabei entstehende Auswurf beim Asthma cardiale (Lungenödem infolge einer Linksherzinsuffizienz) jedoch schaumig und manchmal sogar leicht blutig.

 

Da die Insuffizienz des linken Herzens (Linksherzinsuffizienz) zum Lungenödem und damit zu dem Symptom Husten (mit schaumigem Auswurf) führt, merken wir uns unbedingt:

ein Husten hat seine Ursache bei weitem nicht immer in der Lunge, sondern die Ursache des Hustens kann auch in einer Fehlfunktion des Herzens liegen! (Zum Beispiel einer Linksherzinsuffizienz!)

 

Neben dem kardialen Lungenödem kennt man auch ein toxisches Lungenödem. Ein solches toxisches Lungenödem entsteht beispielsweise bei einer Vergiftung durch Rauchgase oder auch bei der Aspiration von Magensaft. Versuchen Sie die Entstehung eines Lungenödems bei Aspiration von Magensaft aus ihrer bisherigen medizinischen Kenntnis abzuleiten!

Magensaft ist extrem sauer (pH-Wert 2). Gelangt bei einer Aspiration Magensaft in die Lunge, so schädigt der stark saure Magensaft das Lungengewebe so stark, dass Flüssigkeit aus den Kapillaren der Lunge in das Interstitium und nachfolgend auch in die Alveolen eintreten kann.

 

Eine weitere besondere Form des nicht kardialen Lungenödems ist das Lungenödem bei schwerer Niereninsuffizienz. Versuchen Sie die Entstehung des Lungenödems bei schwerer Niereninsuffizienz zu erklären!

Bei schwerer Niereninsuffizienz ist die Ausscheidung von Wasser durch die Nieren deutlich vermindert.
Es kommt zu Einlagerung von Wasser in eine Vielzahl von Geweben, so unter anderem auch in die Lunge!

 

Eine besondere Form des Lungenödems ist das Lungenödem in großen Höhen. Man spricht vom Höhenlungenödem. Ein Höhenlungenödem entsteht bei Bergsteigern, die sich nicht angepasst, schnell in große Höhen über 2500 m begeben.

Erklären Sie die Entstehung des Höhenlungenödems!

In großer Höhe – zum Beispiel 3000 m – ist der Sauerstoffpartialdruck in der Luft vermindert. (Anschaulich zu wenig Sauerstoff in der Luft). Hierdurch entsteht eine Mangelversorgung des arteriellen Blutes mit Sauerstoff (dies nennt man Hypoxie).
Durch die Hypoxie steigt kompensatorisch der arterielle Druck im Lungenkreislauf sehr rasch abnorm an. Hierdurch wird Flüssigkeit aus den Lungenkapillaren ins Interstitium und in die Alveolen ausgepresst.

 

 

 

Eine besonders wichtige Erstmaßnahme beim kardialen Lungenödem ist die Hochlagerung des Oberkörpers bei gleichzeitig herabhängenden Beinen.

Begründen Sie diese beiden Maßnahmen aus ihrer Kenntnis der Lungen- und Herzfunktion!

Die sitzende Position des Kranken ermöglicht den Einsatz der Atemhilfsmuskeln.
Die gleichzeitig herabhängenden Beine vermindern den venösen Rückstrom aus den Beinen zum rechten Herzen. Dies mindert den Druck im Lungenkreislauf.

 

Eine weitere Erstmaßnahme beim Lungenödem ist die Sauerstoffgabe über eine Nasensonde. Begründen Sie auch diese Erstmaßnahme!

Eine Sauerstoffgabe bis zu 10 l/min über eine Nasensonde ist sinnvoll, da beim Lungenödem die Ausdehnungsfähigkeit der Lunge vermindert ist und zusätzlich die Diffusionsstrecke für die Atemgase verlängert ist.
Ein hoher Sauerstoffgehalt, der in der Lunge ankommenden Atemluft, erleichtert in der geschädigten Lunge die Aufnahme des lebenswichtigen Sauerstoffs ins Blut

 

 Beim schweren Lungenödem ist häufig auch eine medikamentöse Sedierung notwendig und sinnvoll.

Begründen Sie dies und begründen Sie zusätzlich, warum eine medikamentöse Sedierung beim Lungenödem auch zwiespältig sein kann!

Die medikamentöse Sedierung und Schmerzbekämpfung – zum Beispiel mit einem Morphinpräparat – dämpft bei dem Patienten die Angst. Die Verminderung der Angst reduziert die Stressreaktionen des Körpers und damit den Sauerstoffbedarf.

Zwiespältig kann die Gabe von Schmerzmitteln, wie Morphin und ähnlichen stark wirksamen Schmerzmitteln sein, da all diese Präparate auch zu einer Atemdepression führen. In der Klinik wird daher ein schweres Lungenödem auch häufig mittels einer künstlichen Beatmung behandelt.

 

Bei Patienten mit einem kardialen Lungenödem beobachtet man sehr häufig eine Zyanose.

Erklären welche der beiden Formen einer Zyanose beim Lungenödem vorliegt!

Beim Lungenödem kommt es zu einer zentralen Zyanose.

Woran erkennen Sie die zentrale Zyanose beim Lungenödem?

Eine zentrale Zyanose entsteht aufgrund einer verminderten Sauerstoffsättigung des Blutes in der Lunge und zeigt sich in einer Verfärbung insbesondere der Mundschleimhäute, der Zunge sowie der Lippen.

 

Die Ursache der zentralen Zyanose beim Lungenödem ist die ungenügende Sauerstoffsättigung des Blutes in der Lunge.

Unterschieden werden können periphere und zentrale Zyanose durch die Kontrolle der Zungenfarbe: bei peripherer Zyanose verfärbt sich die Zunge in der Regel nicht bläulich, bei zentraler Zyanose ist die zyanotische (bläuliche) Verfärbung der Zunge zu erkennen. ___________________________________________________________________________________________________________________

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