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Brochialcarcinom: Prüfungsfragen für Heilberufe

Das Brochialcarcinom ist sehr häufig Gegenstand von mündlichen aber auch schriftlichen Prüfungen.

Wenn Sie die Fragen zum Brochialcarciom im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

Was versteht man unter einem Bronchialkarzinom?

Ein Bronchialkarzinom (Lungenkarzinom) ist ein maligner Tumor, der von den Epithelzellen der Bronchien sowie der Bronchiolen seinen Ursprung nimmt.
Umgangssprachlich wird das Bronchialkarzinom auch als Lungenkrebs bezeichnet.

 

Wiederholen wir in diesem Zusammenhang noch einmal den Begriff Bronchiolen. Was versteht man unter Bronchiolen?

Die Bronchien sind Atemwege, die Knorpelspangen enthalten. Die feinen weiteren Verzweigungen der Bronchien ohne Knorpelspangen bezeichnet man als Bronchiolen.
Wie die Luftröhre und die Bronchien verfügen auch die Bronchiolen über ein Flimmerepithel. 

 

Nennen Sie den mit Abstand wichtigsten Risikofaktor für die Entstehung eines Bronchialkarzinoms

Der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für die Entstehung eines Bronchialkarzinoms ist das inhalative Rauchen von Tabak.
Das Rauchen ist bei etwa 90 % aller Bronchialkarzinome des Manns und bei 80 % aller Bronchialkarzinome der Frau die wesentliche Ursache.

 

 

 

Aufgrund der Bedeutung des Rauchens und der Häufigkeit des Bronchialkarzinoms sollten Sie den Zusammenhang zwischen Rauchen und Bronchialkarzinom noch näher aufschlüsseln können.

Bitte erläutern Sie den Risikofaktor Rauchen im Zusammenhang mit dem Bronchialkarzinom noch weiter!

  • Im Zigarettenrauch sind ca. 100 Substanzen die krebserregend sind.
    Das Risiko eines Rauchers an einem Bronchialkarzinom zu erkranken steigt:

  • bei frühem Beginn des Rauchens,
    der Menge der gerauchten Zigaretten, d
    ie Zahl der Jahre während derer geraucht wird.  

    Anders ausgedrückt: das Erkrankungsrisiko Lungenkarzinom hängt direkt von der Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag und der Dauer des Rauchens ab.

    In der Medizin gibt man den Zigarettenkonsum als Packungsjahre an. Ein Raucher der 2 Zigarettenpackungen pro Tag über 30 Jahre raucht hat dabei einen Risikofaktor von 60 Packungsjahren.

 

Nennen Sie neben dem Rauchen weitere Risikofaktoren für die Entstehung eines Bronchialkarzinoms! 

Ein besonders wichtiger Risikofaktor ist das Edelgas Radon, dass vereinzelt in Wohnungen vorkommen kann.
Besonders Arbeiter, die beruflich häufig mit Arsen, Asbest, Chrom oder Nickel in Kontakt kommen, sind gefährdet ein Bronchialkarzinom zu entwickeln.

Auch eine familiäre Belastung eines Elternteils oder beider Elternteile erhöht das Risiko an einem Bronchialkarzinom zu erkranken.

 

Ist das Bronchialkarzinom ein häufiger Tumor?

Ja! Als Faustformel gilt: ca. 25 % aller malignen Tumore sind Bronchialkarzinome!  
Beim Mann ist das Bronchialkarzinom nach dem Prostatakarzinom und dem Karzinom von Colon und Rektum die dritthäufigste maligne Erkrankung.
Infolge eines veränderten (zunehmenden) Tabakkonsums steigt der Anteil der Bronchialkarzinome bei Frauen stark an!

 

Welche zwei unterschiedliche Typen werden beim Bronchialkarzinom unterschieden?

Das kleinzellige Bronchialkarzinom und
das nicht kleinzellige Bronchialkarzinom

 

Warum ist die Unterscheidung in kleinzellige Bronchialkarzinome und nicht kleinzellige Bronchialkarzinome wichtig?

Bei der Diagnosestellung können viele kleinzellige Bronchialkarzinome bereits nicht mehr operiert werden. Aufgrund ihres schnellen Wachstums sprechen Sie jedoch gut auf Chemotherapie und Strahlentherapie an.
Die Strahlentherapie und Chemotherapie haben bei dem kleinzelligen Bronchialkarzinom jedoch meist nur noch eine palliative (lindernde) Bedeutung.

Hingegen können nichts kleinzellige Bronchialkarzinome häufig bei Diagnosestellung noch operativ behandelt werden, da die nicht kleinzelligen Bronchialkarzinome langsamer wachsen.


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Durch welche Frühsymptome verrät sich das Bronchialkarzinom?

Das Bronchialkarzinom hat keinerlei wirklich frühe Symptome.
Die Symptome chronischer Husten und Auswurf, die meist zur Entdeckung des Bronchialkarzinoms führen, sind keine Frühsymptome!

 

Wir haben bereits gelernt, dass das Bronchialkarzinom beim Mann der dritthäufigste maligne Tumor ist.

Bei Mann ist das Bronchialkarzinom jedoch die häufigste Todesursache und bei der Frau die zweithäufigste Todesursache infolge eines malignen Tumors.

Erklären Sie warum die Angaben zur Erkrankungshäufigkeit und zur Sterblichkeit der jeweiligen Tumore weit auseinander liegen!

  • Die Prognose eines Bronchialkarzinoms ist sowohl beim Mann als auch bei der Frau bei der Entdeckung des Tumors meistens schlecht.

  • Besonders im Fall des häufigen kleinzelligen Bronchialkarzinoms muss mit einer sehr schlechten Prognose gerechnet werden.

  • Die 5-Jahres-Überlebensrate des kleinzelligen Bronchialkarzinoms liegt unter 10 %!

  • Am Bronchialkarzinom sterben aufgrund der schlechten Prognose des Tumors mehr Menschen als an Mammakarzinom, Kolonkarzinom und Prostatakarzinom zusammen.

  • Daher liegen die Angaben zur Erkrankungshäufigkeit und zur Sterblichkeit einzelner maligner Tumore deutlich auseinander.

 

Klassische Erstsymptome (nicht Frühsymptome) eines Bronchialkarzinoms sind ein chronischer Husten oft in Kombination mit Auswurf.

Grundsätzlich ist jeder chronische Husten, der länger als 4 Wochen anhält auf ein Bronchialkarzinom verdächtig.

Erklären Sie, warum dennoch die genannten Symptome – chronischer Husten mit Auswurf – oft nicht zu weitergehenden diagnostischen Maßnahmen führen!

Der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für das Bronchialkarzinom ist das inhalative Rauchen.
Für eine andere chronische Lungenerkrankung – die COPD (chronic  obstructiv  pulmonary disease) – ist jedoch ebenfalls das Rauchen der wichtigste Risikofaktor.
Beide Erkrankungen – COPD und Bronchialkarzinom – führen zu chronischem Husten!

 

Bei zunehmendem Husten kann es bei einem Bronchialkarzinom auch zum Abhusten von blutigem Sekret kommen. Mit welchem Fachausdruck wird dieses Symptom bezeichnet? 

Das Abhusten von blutigem Sekret bezeichnet man als Hämoptyse.

 

Was versteht man unter dem Fachbegriff Hämoptoe?

Während man unter Hämoptyse das Abhusten von blutigem Sekret versteht, verwendet man die Bezeichnung Hämoptoe für das Abhusten größere Blutmengen.

 

In MC-Fragen werden die Begriffe Hämoptyse, Hämoptoe und Hämatemesis häufig geprüft. Die Hämoptyse ist das Abhusten von blutigem Schleim. Die Hämoptoe das Abhusten von größeren Blutmengen.

Was versteht man unter Hämatemesis?

Unter Hämatemesis versteht man das Erbrechen von Blut. (Und nicht das Aushusten von Blut) 

 

Im Rahmen eines Bronchialkarzinoms kann der Kranke eine chronische Heiserkeit entwickeln. Können Sie dieses Symptom erklären?

Die Ausbildung einer chronischen Heiserkeit beim Bronchialkarzinom spricht für einen tumorbedingten Druck auf den Nervus laryngeus recurrens.
(in der Medizin wird dieser Nerv oft auch einfach als Recurrens bezeichnet).  

Der Nervus laryngeus recurrens innerviert fast alle Kehlkopfmuskeln und wirkt wesentlich an der Stimmbildung mit. 

 

 

 

In der vorausgegangenen Frage und Antwort haben wir gelernt, dass ein tumorbedingter Druck auf den Nervus laryngeus recurrens zu Heiserkeit führen kann, weil der Nervus laryngeus recurrens am Kehlkopf fast alle Muskeln innerviert.

Nun ist das Bronchialkarzinom ein Tumor, der zunächst primär im Thoraxraum lokalisiert ist. Wie ist eine druckbedingte Schädigung des Nervus laryngeus recurrens zu erklären?

Diese Frage ist recht anspruchsvoll und man kann sie nur aus der Anatomie erklären.
Es ist nicht so, dass das Bronchialkarzinom auf den Nervus laryngeus recurrens im Halsbereich drückt, sondern der tumorbedingte Druck entsteht im Thoraxbereich.
Der Nervus laryngeus recurrens zweigt sich aus dem Nervus vagus (dem X. Gehirnnerven) ab. Der linken Nervus laryngeus recurrens verläuft dabei um den Aortenbogen und der rechte Nervus laryngeus recurrens verläuft um die Arteria subclavia.
Der Nervus laryngeus recurrens wird beim Brochial-Ca also im Thoraxraum kompremiert.

 

Im Rahmen eines Bronchialkarzinoms kommt es häufig zur Ausbildung einer Pneumonie. Erklären Sie dies!

Das Bronchialkarzinom geht von Epithelzellen der Bronchien oder Bronchiolen aus. Wächst das Bronchialkarzinom in einem Bronchus, so kann es den gesamten Bronchus zumauern.
Dies führt in dem Teil des Bronchus und der Lunge, die körperfern der verlegten Stelle liegen, zu einem Sekretstau. Das aufgestaute Sekret kann von Bakterien besiedelt werden und es entsteht eine Pneumonie. (Lungenentzündung).

 

Im Rahmen eines fortgeschrittenen Bronchialkarzinoms klagen die Kranken häufiger über Atemnot. Erklären Sie dieses Symptom!

Das Symptom der Atemnot kommt bei einem Bronchialkarzinom meist aus zwei unterschiedlichen Gründen zu Stande:

der Entwicklung eines Pleuraergusses,
der Lähmung des Nervus phrenicus

 

Begründen Sie, warum die Lähmung des Nervus phrenicus beim fortgeschrittenen Bronchialkarzinom zur Atemnot führen kann!

Der paarige Nervus phrenicus innerviert das Zwerchfell. Bei der Einatmung (Inspiration) senkt sich dabei das Zwerchfell.

Das Zwerchfell bewegt sich bei der Inspiration durch Muskelkontraktion in Richtung Abdomen; bei der Exspiration steigt es infolge des Zuges der elastischen Lungenfasern nach oben.
Fällt der Nervus phrenicus durch einen tumorbedingten Druck auf einer Seite aus, so kann sich das Zwerchfell nicht mehr aktiv in Richtung Abdomen absenken.
Die Folge ist ein einseitiger Zwerchfellhochstand mit einer wesentlichen Einschränkung des Atemvolumens.

 

Das kleinzellige Bronchialkarzinom kann zu paraneoplastischen Syndromen führen, die manchmal zur Entdeckung des Tumors führen.

 Was versteht man unter einem paraneoplastischen Syndrom?

Unter einem paraneoplastischen Syndrom versteht man die Begleitsymptome einer malignen Erkrankung, die nicht direkt durch den Tumor oder eine Metastase entstehen.
Paraneoplastische Syndrome entstehen beispielsweise durch eine Immunreaktion oder auch durch die Absonderung hormonähnlicher Substanzen durch den Tumor.
Im Rahmen eines kleinzelligen Bronchialkarzinoms kann es z.B. zu der Entwicklung eines Cushing-Syndroms kommen.

 

Welche Untersuchungsmethoden kommen meist bei Verdacht auf ein Bronchialkarzinom zur Anwendung?

Die Röntgenuntersuchung des Thorax ist Standard. Besonders bei einem verdächtigen Röntgenbefund (Rundherd) wird dieser weiter durch eine Computertomografie abgeklärt.
Beweisend für ein Bronchialkarzinom ist die mikroskopische Untersuchung und der Nachweis von Tumorzellen.

Pancoast-Tumor

Die obige Abbildung zeigt bei einem langjährigen Raucher mit chronischem Husten, bei dem eine Schwellung oberhalb des Schlüsselbeins zu sehen ist, die sich binnen weniger Wochen ausgebildet hat und die auf Druck zu Schmerzen im Arm führt.

Woran sollten Sie bei dem oben gezeigten Patienten unbedingt denken?

An eine Sonderform eines Bronchialkarzinoms, die man Pancoast-Tumor nennt.
Beim Pancoast-Tumor handelt es sich um ein Bronchialkarzinom der Lungenspitze, dass man aufgrund der besonderen Lage relativ früh sehen kann.  

 

Erklären Sie, warum es in dem oben gezeigten Fall eines Pancoast-Tumors zu Schmerzen im Arm kommt!

Aufgrund der Lage des Tumors an der Lungenspitze kann der in Höhe des Schlüsselbeins gelegene Plexus brachialis (das Armnervengeflecht) unter Druck durch den Tumor geraten.
Dies führt zu Schmerzen und evventuell sogar zu Lähmungen im Arm. __________________________________________________________________________________________________________________

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