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Reanimation: Prüfungsfragen für Heilberufe

Die Reanimation von Erwachsenen und Kindern ist sehr häufig Gegenstand von mündlichen aber auch schriftlichen Prüfungen.

Wenn Sie die Fragen zur Reanimation im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

In ihrer unmittelbaren Nähe bricht ein älterer Mann plötzlich zusammen und ist bewusstlos.

Nach welchem Grundsatz sollten Sie in dieser Situation vorgehen?

Der Grundsatz für die Reanimation ohne Hilfsmittel, die auch von jedem Laien durchgeführt werden kann, lautet:
Prüfen – Rufen – Drücken

 

Unter dem Stichwort – prüfen – soll bei einem bewusstlosen Patienten festgestellt werden, ob der Patient noch atmet. Wie gehen Sie dabei konkret vor?

Nachdem man durch leichtes Schütteln oder Kneifen festgestellt hat, dass der Patient bewusstlos ist, prüft man die Atmung wie folgt: Fassen Sie mit einer Hand unter das Kinn des Patienten und strecken den Kopf nach hinten.
Mit dem Überstrecken des Kopfes können Sie – sofern erforderlich – auch die Atemwege von eventuellen Fremdkörpern freimachen. Halten Sie dann ihre Wange nahe am Mund des Patienten.
Sie können aus dieser Position gut beobachten, ob der Thorax des Patienten sich bewegt und eventuell auch die Ausatemluft des Patienten an der ihrer Wange spüren.

 

Welche tieferen Ursachen führen im Erwachsenenalter meist zum Atemstillstand?

Der Atemstillstand eines Erwachsenen hat mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine kardiale Ursache.

 

 

 

Nachdem Sie nun den Atemstillstand festgestellt haben und die Atemwege frei sind, sollten Sie was als nächstes tun?

  • Nach dem Grundsatz Prüfen – Rufen – Drücken setze Sie nun einen Notruf ab.  

  • Hinweis:
    jeder in einem Heilberuf Tätige sollte die Nummer der Notrufzentrale 112 im Favoriten des Smartphones gespeichert haben.
    Dann kann man mittels der Freisprechanlage den Notruf nahezu ohne Zeitverzögerung absetzen.

 

Sollten Sie nun noch feststellen, ob der Patient einen Pulsschlag hat?

Entgegen früherer Empfehlungen sollte bei einer Reanimation durch einen Laienhelfer, nicht noch der Puls eines Patienten mit Atemstillstand gefühlt und gesucht werden, da hierdurch nur Zeit verloren geht und der Laienhelfer den Puls vielfach nicht hinreichend sicher tasten kann. Es ist zudem davon auszugehen, dass der Atemstillstand des Erwachsenen durch einen Herzstillstand verursacht wurde.

Professionelle Helfer können gemeinsam mit der Feststellung eines Atemstilstandes auch die Pulslosigkeit feststellen ohne hierdurch Zeit zu verlieren.

 

Warum ist es bei einer Reanimation außerordentlich wichtig keine Zeit zu verlieren?

Das Gehirngewebe ist extrem empfindlich auf Sauerstoffmangel. Bereits nach 3-5 Minuten eines Kreislaufstillstandes ist mit dem irreversiblen Absterben von Gehirnzellen zu rechnen!

 

Nach dem die beiden ersten Maßnahmen – Prüfen – Rufen – abgeschlossen sind kommt nun das Drücken. Was ist damit gemeint?

Mit – Drücken – ist das Eindrücken des Thorax zur Herzmassage gemeint.

 

An welcher Stelle führen Sie die Herzdruckmassage durch?

Die Herzdruckmassage führen Sie im unteren Drittel des Brustbeins durch.
Dabei werden die Arme durchgestreckt und die Hände übereinander gelegt.


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Wie tief und wie oft sollte man den Thorax bei der Reanimation eines Erwachsenen eindrücken?

Der Thorax sollte etwa 5-7 cm eingedrückt und danach der Brustkorb vollständig entlastet werden.
Dies muss mindestens mit einer Frequenz von 100 pro Minute durchgeführt werden.

 

Warum kann bei der Laienreanimation der Thorax zunächst einmal eine Zeit lang eingedrückt werden, ohne dabei eine Beatmung durchzuführen.

  • Von den letzten Atemzügen ist im Blut des Patienten noch genügend Sauerstoff gebunden, sodass durch die alleinige Druckmassage des Herzens zunächst einmal ausreichend sauerstoffreiches Blut zum Gehirn des Patienten gelangt.

  • Erst nach etwa 8 Minuten ist nicht mehr genügend Sauerstoff im Blut vorhanden.

  • Daher empfiehlt man bei der Laienreanimation auch zunächst ausschließlich eine Herzmassage ohne Beatmung durchzuführen.

 

Bei Reanimation durch einen fortgeschrittenen Helfer sollte man mit der Herzdruckmassage beginnen und die Herzdruckmassage dann mit einer Beatmung kombinieren.

In welchem Verhältnis sollte die Herzdruckmassage zur Beatmung durchgeführt werden?

Im Verhältnis 30 : 2

Was muss man bei der Mund zu Mund Beatmung beachten?

Bei der Mund zu Mund Beatmung wird der Kopf des Patienten leicht nach hinten überstreckt und die Nase des Patienten zugehalten.

Der Helfer atmet dann in den geöffneten Mund des Patienten aus.

 

Was müssen Sie bei der Reanimation eines Patienten, der im Bett liegt, beachten?

Eine Herzdruckmassage kann nur effektiv durchgeführt werden, wenn der Patient auf einer harten Unterlage liegt. Einem im Bett liegenden Patienten, der reanimiert werden muss, sollte man ein Brett unter den Brustkorb schieben.

 

Wie lange sollte die Reanimation durchgeführt werden?

Eine Reanimation wird so lange durchgeführt:

bis die Reanimation erfolgreich ist,
der Notarzt eintrifft und die Reanimation übernimmt,
eine körperliche Erschöpfung die Fortsetzung der Reanimation unmöglich macht.

 

Wir haben bereits gelernt, dass beim Erwachsenen die Ursache des Herz-Kreislaufstillstand meist eine kardiale Ursache hat.

Welche kardialen Ursachen führen häufig zum Herz-Kreislaufstillstand?

Herzinfarkt,
Perikardtamponade,
Lungenembolie mit akuter Rechtsherzüberlastung,
Störungen des Elektrolythaushaltes (besonders des Kaliumhaushaltes)

 

 

 

Im Kindesalter und im Säuglingsalter liegt die Ursache des Herzstillstandes meist in den Atemwegen. Sekundär kommt es nach dem Atemstillstand auch zum Herzstillstand.

Was führt dabei meist zur Verlegung der Atemwege im Kindesalter?

In den Luftwegen steckende Fremdkörper.

 

Auch im Kindesalter werden vor der eigentlichen Reanimation zunächst die Bewusstseinslage und die Atmung überprüft.

Wie überprüfen Sie beim Kind oder beim Säugling die Bewusstseinslage und die Atmung?

Zur Überprüfung der Bewusstseinslage wird das Kind angefasst und eventuell auch ein leichter Schmerzreiz gesetzt.
Zur Überprüfung der Atmung legt man das Kind auf den Rücken und streckt den Kopf leicht nach hinten und schaut in den Mund des Kindes und versucht dabei eventuell in den Atemwegen steckende Fremdkörper zu entfernen.
Wie beim Erwachsenen hält man danach die eigene Wange über den Mund des Kindes und beobachtet die Bewegungen des Thorax.

 

Was darf man im Kindesalter und besonders im Säuglingsalter zur Prüfung der Bewusstseinslage nicht machen?

Niemals wird das Kind geschüttelt. Dies kann zu schweren Verletzungen führen.

 

Hat man im Kindes- oder Säuglingsalter einen Atemstillstand festgestellt, so wird nunmehr welche Maßnahme notwendig?

Im Kindesalter führt man zunächst 5 Beatmungen durch.
Führt dies zu keiner Reaktion – wie zum Beispiel einer Abwehrreaktion oder Husten – so beginnen Sie sofort danach mit der Herzdruckmassage!

 

Wie führen Sie konkret im Säuglingsalter und im Kindesalter die Herzdruckmassage durch?

Auch im Säuglings- und Kindesalter wird das Brustbein im unteren Drittel eingedrückt.
Dabei erfolgt die Druckmassage bei Säuglingen mit 2 Fingern und bei Kindern mit einem Handballen. Dabei wird der Thorax etwa 2-3 cm tief eingedrückt.

 

Was ist im Säuglings- und Kleinkindesalter im Hinblick auf die Anzahl der Thoraxkompressionen pro Minute zu beachten?

Die Zahl der Thoraxkompressionen muss höher als im Erwachsenenalter sein. Es sollte im Säuglingsalter und Kindesalter die Herzdruckmassage mit einer Frequenz von 120 pro Minute erfolgen.
Dabei kommen auf 30 Thoraxkompressionen 2 Beatmungen.

 

Wann alarmieren Sie den Rettungsdienst, nachdem Sie im Kindesalter einen Atemstillstand festgestellt haben?

Im günstigen Fall, dass ein 2. Helfer vorhanden ist, beginnt der erfahrenste Helfer sofort mit der Beatmung und der Herzdruckmassage während der 2. Helfer den Rettungsdienst alarmiert.
Im Falle, dass Sie allein die Reanimation durchführen müssen, wird der Rettungsdienst erst nach einer Reanimation von ca. 1 Minute alarmiert.

 

Zu den erweiterten Maßnahmen der Reanimation durch professionell ausgebildete Helfer kann auch der Einsatz eines Defibrillators sinnvoll sein. Unter welcher Indikation ist die Anwendung eines Defibrillators sinnvoll?

Beim Vorliegen eines Kammerflimmerns oder einer hochgradigen ventrikulären Tachykardie, die zur Pulslosigkeit führt.

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